Wasser macht an Gemeindegrenzen nicht halt

Startschuss für Interkommunale Zusammenarbeit zur Renaturierungen mehrerer saarländischer Gewässer

13.12.2017

Alte Wehre, unüberwindbare Barrieren für Fische und viel Beton: So präsentieren sich der Bleischbach/Betzelbach und der Gerechbach/Niederlinxweiler Sulzbach an vielen Stellen momentan noch. Das soll sich jedoch sehr bald ändern. Um die EU-Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) umsetzten zu können, haben die Gemeinde Freisen, die Stadt St. Wendel, die Stadt Ottweiler und die ÖFM, eine Tochter der Naturlandstiftung Saar, eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung getroffen.

v.l.: Bürgermeister Freisen Karl-Josef Scheer, Bürgermeister St. Wendel Peter Klär, Umweltminister Reinhold Jost, Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer und Eberhard Veith Geschäftsführer der Naturlandstiftung Saar

v.l.: Bürgermeister Freisen Karl-Josef Scheer, Bürgermeister St. Wendel Peter Klär, Umweltminister Reinhold Jost, Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer und Eberhard Veith Geschäftsführer der Naturlandstiftung Saar

Übergabe der beiden Zuwendungsbescheide zur Erstellung der Gewässerentwicklungs- und Unterhaltungspläne

Übergabe der beiden Zuwendungsbescheide zur Erstellung der Gewässerentwicklungs- und Unterhaltungspläne

„Gerade in Zeiten finanzieller Ressourcenknappheit ist diese interkommunale Zusammenarbeit sehr wichtig.

Sie ermöglicht Synergieeffekte, von denen dann vor allem die Natur profitiert“, betont Umweltminister Reinhold Jost, der zwei Zuwendungsbescheide mitbringen konnte.

Mit dieser Förderung kann nun mit den Planungen zur Renaturierung begonnen werden.

Die geplanten Maßnahmen werden von der ÖFM auf einer Strecke von 12-13 km durchgeführt.

Es werden Wanderhindernisse, wie z.B. alte Wehre beseitigt und so die Durchgängigkeit für Fische wiederhergestellt. Gewässerabschnitte werden ausgezäunt und mit standorttypischen Bäumen bepflanzt oder Bäume im Wasser verankert. „All diese Maßnahmen helfen den Gewässern ihre ursprüngliche Eigendynamik wiederzuerlangen“, erklärt Eberhard Veith, Geschäftsführer der Naturlandstiftung Saar.

 

St. Wendels Bürgermeister Peter Klär ist froh über diese Zusammenarbeit. „Saarländischer Naturschutz spielt sich in kleinen und großen Dörfern überall im Saarland ab. Wasser kennt keine Gemeindegrenzen, weshalb diese interkommunale Zusammenarbeit wichtig und richtig für unsere saarländische Natur ist.

So sieht es auch Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer: „Die Umwelt ist es uns wert.“

 

Die Renaturierungsmaßnahmen der Gewässer setzen die zwingenden gesetzlichen Vorgaben der EU um, die mit der Wasserrahmenrichtlinie die naturnahe Umgestaltung der Gewässer fordert. „So wird auch etwas für den Hochwasserschutz getan“, betont Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer. Denn die Renaturierung fördert bei Hochwasser das Rückhaltevermögen der Bäche.

 

Die Tochter der Naturlandstiftung, die ÖFM übernimmt für die Gemeinde und die beiden Städte als kompetenter Partner die ökologische Begleitung und Koordination der Maßnahmen.

Die ÖFM kann dabei auf eine langjährige Erfahrung bei der Umsetzung der WRRL zurückblicken. Auf einer Fließgewässerstrecke von über 40 km wurden bereits mehrere Gewässer renaturiert. Hierzu gehören z.B. die Nahe zwischen der Quelle und Landesgrenze oder der Freisbach zwischen Nohfelden und Freisen.

Wasserrahmenrichtlinie - Was ist das?

Mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der Europäischen Union aus dem Jahr 2000 wurde erstmals ein umfassender europaweit geltender Rechtsrahmen für alle Gewässer (Grundwasser und oberirdische Gewässer) und deren Schutz gesetzt.

Nach der WRRL sollen bis 2015 für die Oberflächengewässer und das Grundwasser ein guter ökologischer Zustand, ein guter chemischer Zustand und ein guter mengenmäßiger Zustand erreicht werden.
Jede einzelne wasserwirtschaftliche Maßnahme –sei sie noch so klein – ist ein wichtiger Mosaikstein, um Gewässer naturnah zu entwickeln, den Wasserrückhalt in der Landschaft im Sinne eines vorbeugenden Hochwasserschutzes zu verbessern und die Biodiversität zu erhöhen oder die Nährstoffeinträge zu reduzieren.